Was macht man eigentlich ohne Geld im Sommer in New York ?!

Nach einem halben Jahr in der Karibik bin ich glücklich, mal wieder in einer Stadt zu sein...
Niemals war ich in einer Stadt die mich so inspiriert und gefesselt hat.
Aber eines ist klar: New York muss man sich leisten können!
Wo es in der Karibik noch Kokosnüsse am Straßenrand für umgerechnet 50 Cent gab, kostet ein Kaffee hier gleich mal 5 Dollar.
Dennoch fühle ich mich auf meiner Reise (fast ohne Geld) reicher als jemals zuvor, da ich merke, dass es immer weiter geht, wenn ich genug vertrauen in mich und die Menschen habe die mir auf meinem Weg begegnen:
Ich hatte das große Glück gleich zwei coole Unterkünfte zu finden:
die erste Woche bei meiner lieben Yaxin, in der ich eine echte Freundin gefunden habe, und später bei Omi, einem indischen Bankmanager, der seine geräumige Bude gerne mit Couchsurfern teilt.
Das mit dem Schlafplatz war also von Anfang an geklärt, aber wie sollte ich in einer so überteuerten Metropole wie New York über die Runden kommen ?!

(mit der Zeit stellte ich fest, dass es schlichtweg niemanden interessiert, ob ich für die S-Bahn zahle, es gibt viele Museen, die an vereinzelten Wochentagen, oder IMMER freien Eintritt haben, den günstigsten Kaffee gibt's bei Subway für 1,25 Dollar und es gibt viel zu entdecken, für das man ohnehin nichts zahlen muss - ich liebe den Central Park, zB., oder die Shuttle-Fähre die direkt zur Freiheitsstatue fährt und auch nichts kostet.)

Trotz all dieser Möglichkeiten, wurde es selbst für Haferflocken und Bananen knapp und außerdem kann man aus kulinarischer Sicht schon eine kleine Weltreise durch die Stadt machen.
Es gibt unheimlich gute Restaurants und süße Cafes und ich wollte auch mal einen Dollar in den Hut von einem Straßenmusiker werfen können, oder eine Flasche Weißwein zu den Mädels mitbringen, ohne gleich um mein nächstes Frühstück bangen zu müssen.
Geiz ist einfach nicht geil.

Ich musste mir also etwas einfallen lassen:
Das mit den Riesen-Seifenblasen auf der Straße, hatte ja auf den Kanaren schon mal ganz gut geklappt, aber gab es da vielleicht noch einen „Plan:B“ ?! 


Am Time Square in Manhatten gibt es unheimlich viele Kostümierte, die ihr Glück damit versuchen ihre Cortoon-Körper an Touris zu verkaufen (und nachdem mir der Verkäufer im Kostümgeschäft die rührende Geschichte von einem Obdachlosen erzählte, der 30 Dollar in ein Kostüm steckte und am nächsten Tag 300 gemacht hatte, war das Kleidchen sofort gekauft.)

Mexikanische Mikey Mouse Mafia am Time Square

Ich kaufte mir von meinem letzten Geld ein Marilyn Monroe Kostüm, um gegen Spende Fotos mit Touristen zu machen.

Tatsächlich war es keine so besonders gute Idee, da das Kostümgeschäft in festen Händen der Mexikanischen „Mikey Mouse Mafia“ steckt (ob Spiderman & Co tatsächlich aus Mexiko stammen sei mal dahingestellt, Fakt ist allerdings, dass eine blonde Europäerin sofort als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen wird.

Vorher:

Nachher:


Ich suchte mir das erst-beste Klamottengeschäft am Time Square, ging in die Umkleide und schlüpfte in mein Marilyn Kostüm. Ich war furchtbar aufgeregt und die Schuhe waren plötzlich viel zu hoch.
Die Angestellten im Geschäft freuten sich über meine Verwandlung, als ich die kaputte Rolltreppe hinabschritt (Eleganz sieht anders aus...)

In der Menschenmasse angekommen stürzten sich die Kostümierten sofort auf mich und riefen mit quietschenden Stimmen: "Marilyn! Marylin! Marylin!"

Straßenkunst -gegen Spende- ist in den Staaten legal, aber seit ein paar Jahren gibt es am Time Square eine Sonderreglung: alle Kostümierten müssen sich in Grün gekennzeichneten Feldern bewegen und werden polizeilich überwacht, da sie sich in der Vergangenheit aggressiv gegenüber Touristen und Polizei verhielten und es sogar zu Gewalt kam.

Mal abgesehen davon sind die Touris so genervt von aufdringlichen Comichelden, dass ich mich nicht auch noch aufdrängen wollte....



Ich hatte trotzdem meinen Spaß und stand dann tatsächlich über einem Subway-Lüftungsschacht der meinen Rock in die Luft wirbelte und meine Unterwäsche für jederman sichtbar machte (und: oh no - es war bei weitem nicht die Schönste).

Ich sah zwei Typen mit Naked-man-suits und Alt-Männer-Masken.
Ich sprang quirlig auf sie zu, und im nächsten Moment schritten wir zu dritt durch die Häuserschluchten Richtung Sonnenuntergang.
Ich hatte keine Ahnung, wer sich unter den Masken befand, bis Danny und Matthew das Geheimnis lüfteten.

Ich erkannte Matthew sofort, da ich ihn von einem ziemlich bescheuerten Youtube Video kannte.
(meistens hüpfte er in einem bunten Badeanzug am Union Square rum und verbreitet die freudige Kunde seiner "Fart-Art.")

Ich denke ich starrte ihn eine Weile an: "Hey, du bist ja gar nicht verrückt!"
(ist er nicht.)

Und was machen die beiden nun?!

Matthew Silver

Danny Wolverton


Ich habe Danny bei einer seiner Shows besucht, bei der er mir erzählte, dass er auch in Deutschland beim "Supertalent" aufgetreten ist, aber das wohl nicht so gut ankam, da man den Trick in Europa leider zu genüge kennt.....


Am Ende hatte ich einfach nur Spaß daran, mit den Leuten zu quatschen.


Aber ich hatte immernoch mein "Geldproblem"

Also ging es in den "Central Park" zum Seifenblasen machen! Und siehe da: der Plan ging auf!
Die Kinder und die Erwachsenen liebten mich und ich hatte so viel Freude dabei im Sommerwind zu stehen und die Welt zu verzaubern. Hier gibt es ein kleines Video von meinem ersten Tag:

und zu guter letzt:

DANKE, dass du mich begleitest!