Auf Jobsuche in Punta Cana

 

Es ist immer von Vorteil mitten in der Nacht an einem als gefährlich geltenden Ort anzukommen. Vor allem wenn alle Hotels in der Umgebung sehr teuer sind und man nur noch 70€ in der Tasche hat.....

 

 

Da die lokalen Busse günstiger sind als die Express Busse kleckerten Aneta und ich über 4 Stunden durch die Gegend, ehe wir in „Bavara“ an der Punta Cana ankamen.
Jemand hatte uns von einem Hostel erzählt, dass voller Reisenden und Künstlern sei.
Man könne auch seine Hängematte im Garten aufspannen und für sehr wenig Geld übernachten.

Nach 2 Stunden Herumgeirre auf der Straße stellten wir fest, dass es diesen Ort nicht gab. Wir hatten zwar die Addresse, aber selbst von den hier lebenden hatte noch niemand von „Hostel Nostradamus“ gehört.

Da saßen wir also: hungrig und müde auf einer Straße zwischen den Hotelpalästen: ausgesperrt von den Eingesperrten.
Uns wurde gesagt, dass es hier ca 25'000 Hotels auf einer Strecke von 15 Kilometern gibt und das ca 12 Millionen Touristen jedes Jahr die Dominikanische Republik bereisen – was bedeutet ca 30'000 Neuankömmlinge täglich. Wir sind zwei davon. Nur außer uns sitzt niemand auf der Straße. Außer uns ist auch überhaupt niemand auf der Straße.
Außer Sonnenbrillenverkäufer und einigen wenigen Touristen.
Ein offensichtlich taub-stummer Mann kommt vorbei geschländert- versucht uns Kugelschreiber mit lustigen Tieren drauf zu verkaufen. Er macht Grunz- und Quickgeräusche. Aneta ist genervt, ich versuche ihm zu erklären, dass wir keine Zeit, keine Nerven und keine Kohle für lustige Kugelschreiber haben. Er guckt mir tief in die Augen und sagt (auf Spanisch):
„Hey, ich heiße Neloson. Vor ein paar Jahren bin ich betrunken Motorrad gefahren und seitdem habe ich einen kaputten Arm. Ich mache den Touristen vor ich sei behindert, weil es die einzige Möglichkeit ist diese dämlichen Kugelschreiber zu verkaufen.“

Ich glaube ich habe ihn ganz schön fassungslos angeglotzt. Irgendwie mussten wir dann beide lachen und haben uns noch eine Weile unterhalten, ehe er wieder in die Nacht humpelt und ein russisches Ehepaar anquieckt.

Wir gehen zum Strand und treffen da auf eine sehr internationale Truppe: Dessy, aus Bulgarien, die aber in Berlin wohnt, Wanja aus Portugal, 2 Jungs aus Haiti und ein 19-jähriger Soldat von hier.
Neben uns beginnt eine Gruppe Argentinier wunderschön zu singen.

Wir verbringen die Nacht auf der Terrasse eines Cafés und hängen beim Sonnenaufgang unsere Hängematten auf.
Ich unterhalte mich mit Franklin, der für das Strandstück des Cafés zuständig ist und hier aufräumt.

 

 

Wir lassen unsere Rucksäcke bei ihm und tigern los… Heute wollen wir versuchen hier einen Job zu finden…
Wobei ich gar nicht weiß, ob ich hier bleiben will. An jeder Ecke wird man gefragt, ob man eine billige Massage haben möchte, oder geflochtene Haare, oder einen Trip mit Delphinen oder oder oder.... Alles zu Schnäppchenpreisen zwischen 30 und 100 Dollar. Die Stände sind schön, aber alles was man hier sieht sind Touristen und Einheimische die einem irgendetwas andrehen wollen.

 

Nach der Jobsuche gönnen wir uns das letzte "teure" Essen... ("teuer" weil es verhältnismäßig günstig ist.... Käse und Brot im Supermarkt kosten fast genauso viel wie ein Essen im günstigen Restaurant.) Ich glaube ich will nicht in Punta Cana bleiben... Obwohl es hier schon schwierig ist einen Job zu finden, zieht es mich in den Norden der Insel...

In diesem Sinne: !Hasta luego! ;)
Es geht zurück nach Santo Domingo!

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