"In der Dominikanischen Republik laufen alle mit Knarren rum!" Hellow aus der Dom Rep!

 

Das Einzige, dass mir die (meisten) Leute über die Dominikanische Republik sagen konnten ist, dass es sehr gefährlich ist und hier alle mit Knarren rumlaufen, bzw, dass es hier gute Hotels gibt mit schönen Stränden und hohen Zäunen.
Werden die Touristen hier eingesperrt, oder die Einheimischen ausgesperrt?!

 

 

Wie vor meiner Indienreise hatte ich keine besondere Vorfreude hier anzukommen.
Als wir mit der „Nicolette“ in den Hafen einfuhren kam mir die Insel wie eine Geisterstadt vor:
sage und schreibe 14 Männer standen aufgeregt auf dem Steg und versuchten unser Boot durchs flache Wasser zu navigieren (ich weiß nicht, ob es daran lag, dass in Punta Salinas so selten ein Boot anlegt, oder ob der polnische Besitzer des Bootes so ein wichtiger Mann ist, dass die Ankunft seines Bootes das Ereignis des Tages war…)
Tatsächlich ist Winfried ein sehr wichtiger und geschätzter Mann hier auf der Insel.
Natürlich gab es am Abend ein großes Fest mit gutem Wein und leckerem Essen.
Irgendwie gehörte das auch zum Deal: 3 Wochen lang durfte ich auf dem Boot wohnen, bekam Essen und Bezahlung für Hilfe bei der Überfahrt, hatte vor der Ankunft noch seekrank das Boot geputzt, mich dann geduscht und in saubere Klamotten geworfen.
Dann saß ich da, zwischen den gut-betuchten -als Hippiegöre- hatte erst Hunger und Langeweile, fühlte mich aber auch meinem Käptn gegenüber verpflichtet. Klar, hatte Wisna ein paar 1000€ für die Überführung von Portugal in die Karibik bekommen und wahrscheinlich hätte er mich nicht unbedingt in seiner Crew gebraucht, aber er ist ein guter Mann, aus einfachen Verhältnissen es ist sein Job, sein Leben und mir war bewusst, dass Aneta und ich hauptsächlich für die gute Stimmung an Bord verantwortlich waren.
Und somit machte ich meinen Frieden mit der Situation und schnodderte ein „!Tengo hambre!“ („Ich hab hunger...“) auf den Tisch. Jonny sah mich entsetzt von der gegenüberliegenden Seite an und bedeutete mir, dass ich nicht so vorlaut sein solle.
Ich fauchte irgendwas wortloses zurück. Letztendlich war es ein sehr lustiger Abend, ich erfuhr viel über die Insel, redete Spanisch, tanzte im Restaurant...
Ich blieb mir selber treu und schwamm irgendwann mit samt Klamotten lachend im Schicki-Micki Hotel Pool und alle schienen das völlig normal zu finden.
Vielleicht ist es am Ende des Tages auch egal, ob man Geld hat oder nicht, wenn man sich so gibt wie man eben ist und man sich sympatisch ist.
Das war das Ende des ersten Tages. Diese Seite der Dominikanischen Republik ist also abgehakt.

 

Gestern standen wir in der brennenden Hitze, als neben uns ein kleiner, bunter Bus mit scheppernder Musik hielt und uns mitnahm Richtung „Santa Domingo“ - der wohl gefährlichsten Stadt in der Dom Rep.
Ich sah auf dem ganzen Weg keinen einzigen Touristen, dafür ein Meer von Blumen, Mangowäldern, Schulkindern, tanzenden Omis, kaputten Autos, schönen Menschen.


Sie sagen wir können nicht durch die Dominikanische Republik reisen, ohne Santa Domingo gesehen zu haben (nachdem was ich im Vorfeld gehört hatte wollte ich eigentlich einen möglichst großen Bogen um diese Stadt machen…)
Aber gut: kaputte Autos, arme Menschen, Müll. Viele Menschen, viele Autos, viel Müll.
Interessante Menschen, schöne Architektur, Straßenkünstler, kleine Gassen, buntes Leben, Musik an jeder Ecke.
Jeder starrt uns hier an. Zwei weiße Mädels mit riiiiieeesigen Rucksäcken und nem bunten Papageien… Es ist mir nicht möglich mich hier auch nur eine Sekunde lang hässlich zu fühlen: zwischen den ganzen wunderhübschen latina-Mädels (hier sieht jede zweite aus wie Shakira), bekommen Aneta und ich selbst müde und verschwitzt die ganze Zeit so viele Komplimente, dass ich mir am liebsten einen Kartoffelsack anziehen und einen großen Popcorneimer über den Kopf stülpen möchte. :D
Vielleicht denken die Leute auch nur wir wären reich. Tatsächlich habe ich noch 250€ vom Geld, das ich im Hostel verdient habe, also muss bald mal wieder ein neuer Job her…

Aber heute gucken wir uns erst mal die Stadt an, bevor es wieder in die Natur geht.
Ich fühle mich als würde ich träumen…
Mangos vom Baum.
Sonne.
Meer.
Als ich so, als arme Maus, zwischen den Reichen saß und es um die kosten der Versicherung fürs neue Auto ging und um die Kosten des Hauses und um die Kosten der Kosten wurde mir klar, dass ich den goldenen Löffel nicht brauche. Besonders glücklich wirkte noch niemand auf mich, der viel über Geld redet (undzwar beide Seiten: die die es nicht haben und darüber reden und die die es haben). Winfried scheint zwar einer der Menschen zu sein die Geld haben (2 Segelboote sprechen wohl für sich, aber es ging viel um gutes Essen und guten Wein, um die Einheimischen und das schöne Leben.
Also höre ich nun auch auf über Geld zu reden.
Hauptsache ich hab genügend, um mir ein paar Früchte auf dem Markt zu kaufen. Und vielleicht noch etwas Kokoswasser.

P.s: Aneta und ich haben für 2 Nächte ein Hotelzimmer im Herzen der Stadt bezahlt bekommen. Sicher sollen wir sein und die Stadt entdecken!!!
Nach Wochen in der Hängematte und auf dem Boot liebe ich dieses riesige, flauschige Bett mit den großen, weichen Kissen! :D
Die Reise ist doch wie Lose-ziehen: man weiß nie was als nächstes passiert...
Und nun sitzen wir auf dem "Plaza Colonial" in der Sonne, um uns buntes Treiben, wildes Leben, Trommeln, verwurzelte traumhaft-grüne Bäume, guter Kaffee.... I LOVE IT!

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Kommentare: 2
  • #1

    Robert (Donnerstag, 04 Mai 2017 18:55)

    Haha, geil, du hastes gemacht! Wünsch dir alles beste und n trippy Trip!

  • #2

    Olaf (Freitag, 05 Mai 2017 09:21)

    Viel Spass und lass Dir nicht so viel erzählen.