Bubble Business - Von Luft und Liebe leben...

Da sag nochmal Einer von Luft und Liebe kann man nicht leben…
Allerdings ist es verboten von Luft und Liebe zu leben! Zumindest wenn Luft und Liebe in Form von Seifenblasen durch die Gegend fliegen, behauptet die spanische Polizei.

Es war ein ohnehin wunderbar sonniger Valentinstag in Maspalomas… Patti kam mit einer Flasche Sekt angehüpft und wir feierten die Liebe, die Freundschaft und das Leben.
Wir lachten uns kringelig, auf der kleinen Mauer stehend, und kicherten diejenigen die sich über unsere Seifenblasen freuten ein „Happy Valentines Day!“ entgegen.
Ein grummliges, deutsches Pärchen schlurfte an uns vorbei. Er zu ihr (ohne den Blick zu heben): „Aber sie hat doch 'Hallo' gesagt.“
Die Sonne brannte heiß, Kinder hüpfen den bunten Blasen entgegen… gegen 15 Uhr zählten wir die Taler im Hut und schlenderten vergnügt zur Eisdiele. 8€ in 1,5 Stunden ist nicht die Welt, aber darum ging es auch gar nicht…
Als wir wieder zur „Arbeit“ wollten lungerte die Polizei auf dem Platz herum.
Mit der Polizei ist beim Seifenblasenbusiness erfahrungsgemäß nicht zu Spaßen!

 

 

 

 

Und so geschah es, dass ich eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens machen durfte, da die Polizei uns in der Tourihölle nicht haben wollt fuhren wir zurückin das kleine Dorf Puerto de Mogan. Jeden Abend treffen sich hier die unterschiedlichsten Menschen, um die große, gelbe Sonne zu verabschieden.

Bernd plant ca 10€ am Tag für die Überfahrt ein. Am Samstag soll es losgehen und ich habe noch 20. Die letzten Tage habe ich mich gestresst, immer wieder gesagt ich bräuchte Geld und am Ende gab ich die paar Groschen die ich hatte, für Eis und Kaffee aus.

 


Ich hätte im Sonnenuntergang stehen und Seifenblasen für gestresste Touristen machen können, von denen die meisten die Schönheit in den kleinen Dingen gar nicht mehr wahrnehmen können. Zwischen den vielen Menschen die in dieser Zeit an einem vorbei ziehen finden sich auch viele fröhliche Gesichter, besonders die der Kinder, aber was beim Sunset-Spot passierte erfüllte mein Herz mit soviel Licht und Liebe, dass ich fast mit meinen Seifenblasen weggeflogen wäre.

Adam, der mir alles über Wind, Polizei, Sicherheitsbedingungen, das Mischen von Seifenblasenflüssigkeit und das Anfertigen der Stäbe gezeigt hatte, stand neben mir im goldenen Licht auf dem großen Vorsprung. All die Menschen die ich in den letzten Wochen so lieb gewonnen hatte waren da und immer mehr Menschen trudelten ein.

Anfangs waren es weniger als sonst, da am Abend dichte Wolken aufgezogen waren und man eigentlich gar keinen Sonnenuntergang sehen konnte.
Unter uns das Meer, um uns ein Meer aus Seifenblasen.
Adam fragte, ob wir uns nicht lieber zur Musik setzen sollten, um den Sonnenuntergang, der eigentlich keiner war, zu genießen. Einige Menschen tanzten, alle sangen gemeinsam und sahen zu uns und unseren Seifenblasen.
Ich war so berührt wie selten in meinem Leben: so viel Glückseligkeit, Gemeinschaft, Freiheit in diesen Augen die noch leuchten.
Allein dieser Moment war so unbezahlbar. Der Himmel färbte sich rosarot, Kapsel begann auf der Hangdrum zu spielen, die Sonne ging unter und mir ging das Herz auf.

 

Später saßen wir alle gemeinsam am Strand, ich knuddelte Patti und Anetta fürs Freundinnen-sein. Ich machte Seifenblasen mit einem kleinen Mädchen und sie drückte allen Schokoladenherzen in die Hand mit den Worten „Happy Valentienes“.

Heute habe ich in weniger als 2 Stunden fast 30€ verdient. Wenn ich mit meinem Strohhut, mit der großen Sonnenblume an der Promenade stehe, fühle ich mich fast schlecht dabei für etwas Geld zu bekommen, dass mir so viel Freude bereitet. Vielleicht auch weil es so einfach ist, dass es jeder machen könnte. Macht aber keiner. Vor allem nicht die Grummel-Omas, die ihre „Frisuren“ vor den gefährlichen Seifenblasen schützen…. Mir ist jedes Lachen so viel mehr wert als jeder Cent in meinem Hut!

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Karen (Donnerstag, 16 Februar 2017 11:25)

    Hallo Pia, ich weiß nicht, ob du Kommentare hier liest. .. bei Facebook bin ich nicht, verfolge aber deine Seite dort, bes. wenn es um mein geliebtes Puerto Mogan geht. Dort hab ich letzte Woche (es fühlt sich noch so nah u gleichzeitig so weit wrg an) 2 Postkarten bei dir gekauft... und deine Karte mit dem "Blog zu meiner Weltreise" fragenden Blickes. .. "aha." .... genommen, vielleicht hast du mich auch in deine Schublade "grummelnde Omis" gesteckt....
    Nun sitze ich seit samstag jedenfalls wieder im kalten Norddeutschland in Kiel u verfolge deine Geschichten und Fotos von gran Canaria, mit einem lächelnden Auge der Mitfreude und einem etwas traurig,en , wieder hier zu sein. Und ich war erstaunt (.... und bisschen wütend :)) ) als du Puerto Mogan als "Tourihölle" bezeichnet hast. .. inzwischen hast du den Charme des Ortes ja auch entdeckt, besonders abends beim Sonnenuntergang und dann besonders, wenn Mose` dort so wunderbar Gitarre spielt und mit allen gemeinsam singt:
    I love You, Im sorgt, please forgive me, thank You.
    Ich habe dieses Lied letztes jahr im Januar dort kennengelernt und es hat mir in einer dunklen Zeit das Herz geöffnet. Ich war so dankbar, dass Mose jetzt gerade auch wieder in Mogan auftaucht, als wir dort wareb. Ich bin nicht näher mit ihm u den jungen Leuten in Kontakt gegangen, wenn du es bist , würdest du ihm bitte sagen, dass mir die musik u das singen letztes Jahr sehr geholfen hat.... und mich jetzt auch sehr erfreut hat ?!! Und die CD ist toll.
    Wie so viele finde auch ich dich ganz mutig, freue mich , deine Katern gekauft zu haben und so von dir zu lesen und freue mich auf deine weitere Reise. Ich wusste nicht, dass man so günstig leben kann. Ich bin schon etwas älter als du, gerade fünfzig geworden, nicht mehr ganz gesund Ich staune und manchmal traume ich vor mich hin. ... was wäre wenn... vielleicht mal länger als 2 Wochen Urlaub zu machen....
    alles liebe erstmal u viel Glück
    PS: und mir kam beim lesen deiner Zeilen der Gedanke: eigentlich muss man nichts ungewöhnliches tun, um sich außergewöhnlich zu fühlen. Wir sind alle etwas besonderes! Auch die grummelnden Omis, sie haben es wie so viele "nur" vergessen. :)
    In diesem Sinne,
    Karen (aus Kiel)