Tag 1- 6: Kalle und ick uffm Weg nach Barcelona...

Mhhh spanischer Rotwein…. Rotwein ist ein köstliches Getränk! Da spielt es auch keine Rolle ob er aus einer der Plastikflaschen stammt, welche in einem Karton neben den Mülltonnen standen.
- Neben Schokolikör, alten Kassetten und einem seidenen Kimono.- Wir haben natürlich alles mitgenommen, den Schokolikör mit heißem Kakao verschmolzen, über den Wein mache ich mich jetzt her, und Lukas steht im Kimono in der Küche und extrahiert Hash.

(Ich bin nicht nur beim süßesten Pärchen der Stadt gelandet, sondern wohl auch beim ausgebufftesten.) Als ich hier ankam kam Lukas mit 2 Kilo Gras vom Land und seither tüffteln die Beiden an einem Plan wie sie das Kraut nach Deutschland schaffen sollen…
Lisa im Business-Dress würde im ICE wohl kaum auffallen (außer vielleicht wegen ihrer langen blonden Mähne, dem perfekten Gesicht mit dem strahlenden Lächeln, und den wunderschönen braunen Augen). :p
Ich bin gespannt! Wenn ich das nächste Mal hier bin sitzen die beiden entweder im Knast, oder haben sich ihr ersehntes Stück Land von dem „gehusselten“ Geld gekauft und forschen für medizinische Zwecke, dass Omi sich ihren „Lach Tee“ kochen kann.
Lisa ist eine kleine Kräuterhexe und Lukas hat vermutlich schon ziemlich früh ziemlich viel gekifft - was ihm jetzt zum Marihuana-Pflanzen-Fachmann macht.
Könnte auf jeden Fall auch ein Lebensweg für mich sein: rumkräutern, Häuschen in Spanien, Kinder und ne Katze. Stand leider noch nie so richtig auf Gras und auch nicht so auf die Marihuana-Pflanzen-Fachmänner.
Ich wünsche den beiden auf jeden Fall viel Glück mit ihrer Pflanzenzucht und der Katze und morgen bin ich schon wieder weg…


Die Woche in Barcelona verging unglaublich schnell:
Heute vor 7 Tagen lief ich noch durch den berliner Schnneesturm!
Die Autos schlitterten in Schrittgeschwindigkeit langsam über die eingeschneiten Straßen, man konnte kaum einen Meter weit sehen, die Kinder sausten- den wirbelnden Flocken zum Trotz- mit ihren Schlitten über die Gehwege, besonders lustige Jugendliche legten einen Haufen Ex-Weihnachtsbäume auf die Gleise der Tram, und die S-Bahn fiel-wie immer wenn der Winter ins Land zieht- im 5 Minuten Takt aus.
Und ich genoss das bunte Treiben, da ich wusste, dass es der letzte Schnee für mich sein würde in diesem Jahr....

Ich gebe zu, die ersten Tage hatte ich es ein bisschen schwer…
Ich saß im T-shirt am Placa Catalunya, eine alte Frau fütterte Tauben, Kinder fochten mit Luftballonschwertern und ein alter Mann schnarchte zufrieden neben mir auf der Bank. Ich hatte schon geschwitzt da waren wir noch nichtmal gelandet. Und jetzt saß ich da noch-doller-schwitzend neben diesem schnarchenden, alten Spanier auf der Bank, und fragte mich „What the fuck mache ich hier eigentlich!?“ (und ich fragte mich das ERNSTHAFT, während Berlin im kalten Grau versank und ich neben Eisessenden Touristen und strahlendem Sonnenschein die Reise meines Lebens vor mir hatte). Ein Zigeunerpärchen, dasss sich eine Mittagspause vom Betteln gönnte, und das soll jetzt nicht gemein klingen - die beiden waren wirklich süß-, setzte sich neben mich und teilte lachend seine Orange mit mir.
Ich hatte keinen Bock auf lachende Menschen, Sonne, Meer und Weltreise. Eigentlich eher auf Schnneesturm, Movie4k, Decke-übern-Kopf und Süßigkeiten.
Naja, wenigstens war ich da ehrlich zu mir selbst und wusste, dass das irgendwie dazu gehören musste.*


* (Ob jeder der am Anfang seiner Weltreise steht nach nicht mal 6 Stunden zurück will?!
Viele Leute sagten zu mir wie sehr sie mich bewundern, dass ich mich das traue; - Alleine, als Mädchen, ohne Geld.
„Ich würde mich das niee trauen!“, haben sie gesagt.

Einige sagten: „Ich würde auch so gerne Reisen, aber mir fehlt es an Zeit...“

In Wahrheit habe ich auch Schiss - und wie! Aber den kann ich hinterher immer noch haben! Hätte Harry Potter Schiss gehabt wäre er nie auf's Gleis 9 ¾ zugerannt und wäre kein Zauberer geworden! ...naja vielleicht nicht der beste Vergleich, aber hey...
Es gibt so viele Menschen die etwas wollen, aber sich einreden, dass sie es nicht können und schieben 1001 Gründe vor, warum sie, dass was sie eigentlich wollen auf später vertagen, denn es mangelt an Zeit, Geld, oder Vorstellungskraft. Alles schon erlebt. Besonders bei mir selbst.) Darum habe ich immer die Menschen bewundert, die sich etwas getraut haben, es einfach gemacht haben, ohne "Ich-kann-nicht-weil-Gründe" vorzuschieben. In Wahrheit haben wir alle Angst. Und am Ende meines Lebens will ich meinen Enkeln nicht erzählen, dass ich meine Träume nicht erfüllen konnte,weil (in Wahrheit) unwichtigere Dinge wichtiger waren und ich eigentlich nur zu feige war, dass zu tun, das mein Herz mir sagte... (Als ob man das Zugeben würde.... lächerlich... Oma Christine sagt "Kind, was ist denn mit der Uni?!" Oma Moni sagt "Folge deinem Herzen!" zumindest kann ich in beiden Augenpaaren das gleiche sehen: die eine sagt, was die andere denkt und umgekehrt. Wenn ich alt bin, will ich den leckersten Kuchen der Umgebung backen können und bunte Geschichten erzählen und die besten Ratschläge geben! Jetzt das zutun, dass mich wachsen lässt und glücklich macht ist quasi meine Altersvorsorge... Was soll ein verbittertes, altes Weib mit einem Kopfkissen voller Moneten ?!


Genug vom Geschwelge in der alten Zukunft -zurück in die neuste Vergangenheit: Die nächsten Tage entwickelten sich wunderbar: ich entdeckte die Stadt, machte kilometerweite Spaziergänge am Strand-holte mir dabei den ersten Sonnenbrand des Jahres-, ging mit Lisa den Karlsruher Jungs in eine Absinth Bar und versuchte selbstgebastelte Postkarten zu verkaufen (irgendwo muss das Geld ja herkommen).

Meine 80€ sind jedenfalls schon weg. Komplett.
Das liegt aber nur daran, dass ich diesmal geflogen bin. Von Berlin nach Barcelona für knappe 30 und von Barcelona fliege ich morgen für lächerliche 20€ nach Las Palmas.
Eigentlich spott-billig - in meinem Fall über die Hälfte meiner 80 Tacken... Den Rest habe ich erfolgreich verfuttert und in Kaffee investiert. Aber das Geld-Problem schiebt man ja auch gerne vor, wenn man sagt „Ich würde ja gerne, aber…" Also, positiv bleiben! Erstmal genieße ich die letzte Nacht in einem richtigen Bett. Ab Morgen ist es dann sicherlich ein abgeranzter Fußboden. Ryan sagt den Squat vom letzten Jahr gibt's nichtmehr, dafür wohnt er nun in einer besetzten Pollizeiwache und ich kann eine Zelle für mich haben! Ich bin gespannt... Auch wie sich das mit dem Geld und dem Boot entwickelt.
Zumindest bin ich dann erst mal auf der Insel.
Zum zweiten Mal… vielleicht fiel mir der Start auch nur so schwer, weil ich letztes Jahr so einen komischen Start hatte. Weil ich fast in die Karibik gesegelt wäre und statt dessen gegen die Wand gefahren bin. Aber vielleicht ist es wie bei Harry: "Wenn du Angst hast, dann renn lieber ein bisschen!" (im besten Fall mit dem Kopf durch die Wand...)

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Kommentare: 2
  • #1

    grit (Samstag, 21 Januar 2017 17:15)

    paar hübsche fotos haste da gemacht :). guten weiterflug! & liebe grüße ausm matsch

  • #2

    Juliane (Donnerstag, 02 Februar 2017 15:31)

    Liebe Pia, wir kennen uns zwar nicht... ich bin eine Freundin von Elfi, und sie hat von dir erzählt.... ich reise auch so gern und habe mal wieder fernweh.... und so reise ich ein wenig mit dir mit... ich finde es voll spannend, was du schreibst... ich wünsche Dir viel Glück, Freude und immer was zu essen... Pass gut auf Dich auf! ... lass dir doch eine ukulele schenken, lerne 2, 3 lieder und du hast geld, was zu essen, und ne kleine party...mit lieben menschen... alles alles gute